Die Danksagung
Nach der Beerdigung kommt irgendwann die Frage, ob man sich noch bedanken muss. Die kurze Antwort: müssen muss man gar nichts.
Es gibt keine Frist und keine Pflicht. Auch nach drei Monaten ist eine Danksagung nicht zu spät.
Wenn du gerade nicht mehr kannst: Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr da, kostenlos und anonym. 0800 111 0 111
Wem ihr dankt
Sammelt zuerst, statt zu formulieren. Meist findet sich mehr, als man in Erinnerung hat:
- Wer eine Karte oder einen Brief geschickt hat
- Wer Blumen oder ein Gesteck geschickt hat
- Wer gespendet hat, falls ihr um Spenden statt Blumen gebeten habt
- Wer bei der Feier mitgewirkt hat: Rednerin oder Pfarrer, Musik, Träger, Nachbarn, die das Essen gemacht haben
- Die Pflegekräfte, der Hospizdienst, die Hausärztin. Sie werden am häufigsten vergessen, und dort kommt so eine Karte oft am meisten an.
Praktisch: Legt die Kondolenzkarten mit den Umschlägen beiseite, statt sie wegzuwerfen. Die Adressen stehen darauf, und ihr müsst sie später nicht suchen.
Ein Text für alle genügt
Niemand vergleicht. Ein einziger Text, gedruckt oder geschrieben, ist völlig üblich und völlig ausreichend. Wo dir von selbst etwas Persönliches einfällt, schreib es mit der Hand dazu - aber nur dort, und nur wenn es kommt.
Der übliche Text
Für die vielen Zeichen der Anteilnahme, die uns nach dem Tod von [Name] erreicht haben, danken wir von Herzen. Sie haben uns gutgetan. [In Liebe / Im Namen aller Angehörigen] [Namen] [Ort], im [Monat Jahr]
Was in eckigen Klammern steht, setzt du ein.
Wenn dir das zu viel ist, geht es auch in zwei Zeilen. Kurz ist nicht weniger wert:
Wenn es kurz sein soll
Danke, dass ihr an uns gedacht habt. [Namen]
Mehr braucht es nicht. Wirklich nicht.
Wann verschicken
Üblich sind vier bis sechs Wochen nach der Trauerfeier. Das ist Gewohnheit, keine Regel, und niemand rechnet nach. Wenn ihr in dieser Zeit keine Kraft dafür habt, verschickt sie später. Eine späte Danksagung ist besser als eine, die nie geschrieben wird, weil der vermeintlich richtige Zeitpunkt vorbei war.
Wenn ihr um Spenden statt Blumen gebeten habt, ist es schön, in der Danksagung zu nennen, was zusammengekommen ist und wohin es ging. Das schließt die Sache für alle ab, die gegeben haben.
Drucken lassen oder selbst schreiben
Der Bestatter übernimmt Satz, Druck und Versand, wenn ihr die Adressen liefert. Das ist der bequemste Weg und meist nicht teuer. Eine Druckerei vor Ort geht genauso, und wer wenige Karten braucht, schreibt sie mit der Hand.
Wenn ihr sie selbst drucken wollt, gibt es hier drei fertige Vorlagen zum Ausfüllen: Danksagungskarten selbst drucken. Vier auf einen A4-Bogen, kostenlos und ohne Wasserzeichen.
Manche Familien verzichten ganz auf Karten und bedanken sich in einer kurzen Anzeige in derselben Zeitung, in der die Traueranzeige stand. Auch das ist üblich und erspart die Adressenliste.
Und wenn ihr es gar nicht macht?
Dann ist das in Ordnung. Niemand, der euch in diesen Wochen etwas Gutes getan hat, hat es getan, um eine Karte zu bekommen. Wenn dich das Thema mehr belastet als es hilft, leg es weg. Der Fahrplan zeigt, was sonst noch ansteht - und auch dort steht vieles, das warten darf.
Heute reicht das. Die Karten warten, bis du so weit bist.